Peter Altenberg

österreichischer Schriftsteller
Peter Altenberg

Peter Altenberg (1859-1919)Bearbeiten

österreichischer Schriftsteller

Zitate mit QuellenangabeBearbeiten

  • "Aus Mangel an Gesprächsstoff begeht man die gemeinsten Taktlosigkeiten und Indiskretionen." - Splitter, in: Fechsung, S. Fischer, Berlin 1915, S. 200
  • "Daß mich eine verlässt, nachdem ich mir Jahre lang wirklich Mühe genommen habe, Sie zu einem „Menschen“ zu erziehen --- das verstehe ich. Sie will die Wirkung dieses neuen „Menschentums“ eben ausprobieren an den anderen. Aber daß sie nicht reuevoll zurückkehrt, irgend einmal, das kränkt mich, Ihretwegen. Sie hat nichts profitiert, da sie nicht zurückgekehrt ist! Denn was hat sie gelernt, wenn sie bei den Trotteln verbleibt?"- Splitter, in: Nachfechsung, S. Fischer, Berlin 1916, S. 17 f
  • Die „körperlich idealeFrau ist die gefährlichste natürlich, denn es ist am schwersten, sie zu verachten! Sie befriedigt wenigstens ein Organ völlig, unser Auge. Auch ist es da mißlich, zu negieren. Denn der reale Tatbestand ist vorhanden. Sie können sich also es ungefähr vorstellen, wie die körperlich ideale Frau das ausnützt! Armer Gustl, Maxl et Peppi! Extrakte des Lebens. Gesammelte Skizzen (1898-1919) Band II Der Kranke, Fischer/Löcker, Frankfurt a. M. und Wien 1987, S. 304
  • Die Natur, die Musik, die Einsamkeit, den Frieden, die muß man hysterisch, übertrieben, krankhaft, pathologisch, zum Verrücktwerden, lieb haben! Sonst bleibt man leider „a g’sunde Natur“. Splitter In: Nachfechsung S. Fischer, Berlin 1916. 1. - 3. Auflage S. 45
  • „Dieser Peter schreibt alles nieder, was ihm so durch den Kopf schießt!“
    Ja, aber durch den K o p f! Splitter In: Nachfechsung S. Fischer, Berlin 1916. 1. - 3. Auflage S. 152
  • "Eine Sache ist nicht so, wie sie ausgesprochen, sondern so, wie sie gehört wird." - Splitter, in: Fechsung, S. Fischer, Berlin 1915, S. 77
  • Einer meiner sogenannten „Freunde“, andere als „sogenannte“ gibt es nämlich hienieden nicht, würde natürlich sagen,... Buchbesprechung In: Semmering 1912 Fischer, Berlin 1913², S. 63
  • "Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein. Aber noch trauriger ist es, keine zu sein." - Splitter, in: Fechsung, S. Fischer, Berlin 1915, S. 97
  • Geld und Sexualität sind die reellen Mysterien des Lebens! Eitelkeit und Ehrgeiz die unreellen. Splitter in Fechsung Fischer, Berlin 1915 S. 120
  • Ich bin überzeugt davon, dass andere meine Ideen schon besser, deutlicher oder ganz so ausgedrückt haben.
    Aber es ist notwendig, eine geschlossene Phalanx zu bilden gegen die „Stupiditäten“. Die Wahrheit muss, in welcher Form auch immer, Vorstösse machen, immer und immer. Eine „lächerliche Figur“ werden dabei, ist das geringste Märtyrertum. Pròdrŏmŏs S. Fischer, Berlin 1919. 4. + 5. Auflage, S. 63
  • Kultur
    Wenn es also wahr ist, daß sanftmütigstes rücksichtsvollstes Benehmen Frauen auf die Dauer langweilig und reizlos wird, dann – – – wollen wir ihnen lieber fade und reizlos werden. Aus einer Skizze mit dem Titel Aus unseren Tränen wird Weisheit; aber aus eurem Lächeln?!? in Märchen des Lebens Fischer, Berlin 19114, S. 175
  • "Nicht um die Geliebte weine, die Du verloren // – um Die weine, die Dir geblieben sind!" - De libertate. In: Was der Tag mir zuträgt. 55 neue Studien. Berlin: Fischer, 1901. S. 65. ÖNB-ANNO
  • "Nur das Herz hat ewig belebende tropische Wärme. Schönheit allein mordet." - Hunde, in: Extrakte des Lebens. Gesammelte Skizzen, (1898-1919) Band II Fischer/Löcker, Frankfurt a. M. und Wien 1987, S. 181 bzw. in: Neues Altes S. Fischer, Berlin 1919. 4. + 5. Auflage, S. 44
  • Rücksicht
    Rücksicht ist „Seelenadel“! Wer Rücksicht nimmt, ist richtig adelig. Aber wissen, es genau wissen, was zu berücksichtigen ist! Nicht nur glauben, meinen, ahnen, hoffen, wünschen! Sondern wissen, wissen! Rücksicht nehmen ist eigentlich die ganz tiefe Liebe. Es ist nämlich die Menschlichkeit! Es ist eine „geistige“ Sache, während die Liebe eine tierische ist, oder sagen wir milder, eine pflanzlich-organische! Zur „Rücksicht“ gehört eine Kenntnis des Menschen, den man berücksichtigen will, soll. Zur Liebe gehört nur ein Gefühl, das uns „entschuldigen“ soll für unsere Rücksichtslosigkeiten! „Ich hab dich halt zu gern!“ Nein, du hast ihn halt zu wenig gern! Rücksicht ist, „die Liebe im Geiste“. Wer, wer hat sie?! Splitter In: Nachfechsung S. Fischer, Berlin 1916. 1. - 3. Auflage S. 260f
  • Sich etwas, auch nur das Geringste, gefallen lassen, ist immer eine riesige Dummheit! Denn „innerlich“ läßt man es sich ja doch nicht gefallen. Und das allein setzt sich dann doch irgendwie allmählich durch! Splitter In: Nachfechsung S. Fischer, Berlin 1916. 1. - 3. Auflage S. 212
  • „Sie ruinieren uns alle Frauen, mein Herr Dichter, indem Sie Ihre Ansprüche an den Mann und seine Art und Weise vergrößern!“
    „Ich sehe es ein, daß es taktlos von mir ist, die Frauen darauf aufmerksam zu machen, daß der Mann ein Wesen von unendlicher Kultur sein sollte!“
    „Wohin kämen wir, bitte, wenn wir nur immer den Idealen nachhängen würden?!?“
    „Z u d e n I d e a l e n!“ Aus einer Skizze mit dem Titel Aus unseren Tränen wird Weisheit; aber aus eurem Lächeln?!? in Märchen des Lebens Fischer Berlin 19114, S. 170
  • Wenn ich die Leute in den Sanatorien so Revue passieren lasse - - - lauter nette, feine, gescheite, ruhige, anständige Menschen! Was macht es, daß sich einer für einen Kaiser hält und eine für eine Fürstin?! Alle sind ganz normal, bis auf eine kleine, unscheinbare, fixe Idee. Aber draußen, draußen im Leben, da ist ein jeder voll von fixen Ideen! Der eine hat Ehrgeiz, wozu, weshalb?! Der andere will von einer geliebt werden, die ihn nicht ausstehen kann. Einer stirbt vor Eifersucht wegen einer, die es nicht einmal verdiente, daß man sich ihren Namen, viel weniger ihre Adresse merke. Einer hofft, ewig begehrenswert zu bleiben; eine, ewig taufrisch! Einer glaubt etwas zu sein, weil eine, die nichts ist und noch weniger, auf ihn „fliegt“! Einer läßt sich ein hellblaues Samtgilet machen mit grünen Glasknöpfen. Einer zahlt einer ein Kalbsfilet mit Spargelspitzen und ist überzeugt, bei ihr eine Eroberung gemacht zu haben. Ein anderer zahlt noch mehr und ist noch überzeugter! Die begehrten Frauen fühlen sich wie in einem Irrenhaus. Nur die begehrenden Männer nicht. Die sind zu borniert dazu. Eine junge Dame sagte mir: „Daß wir die Männer brauchen, das begreife ich! Als idiotische Wurzen! Aber wozu sie uns brauchen, das kann ich nicht begreifen!“ Splitter in Fechsung Fischer, Berlin 1915 S. 28
  • "Wenn jemand im Gespräche sagt: „Ohne Ihnen n a h e t r e t e n zu wollen, selbstverständlich ---“ tritt er einem direkt mitten in die Seele hinein!"- Splitter, in: Nachfechsung, S. Fischer, Berlin 1916, S. 15

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